Ein Guiding an der Lenne

und somit das erste mal Fliegenfischen am Fluss

Ein Erlebnisbericht von Katja Krause

Sturm in Dänemark, damit war die Idee mit dem Meerforellenangeln am verlängerten Wochenende dahin. Da ich mich bereits für einen Fliegenfischerkurs bei Flyfishing Europe angemeldet hatte, kam die Idee von einem Guiding als Ersatz auf, also warum nicht das Benzin nach Dänemark in ein Guiding investieren. Hier wollte ich meine Wurfkenntnisse verbessern und in die Geheimnisse des Fliegenfischens an Flüssen eingeweiht werden.
Am späten Abend rief ich an und erreichte Mirjana Pavlic, die kurzerhand ein Guiding mit ihrem Orts- und Fachkundigen Guide Niki Casset an der Lenne vorschlug. Da sagte ich sofort zu und recherchierte erst einmal, auf wen und was ich dort treffen würde. So entpuppte sich Niki zudem als Fliegenbindeass und die Lenne als 129,1 km langer, wichtigster Nebenfluss der Ruhr, der mir bislang noch gar nicht aufgefallen war. Eine Unterkunft in einem nahe gelegenen Gasthof war schnell gefunden.

Mit einigen verstreuten Vorkenntnissen ging es dann am nächsten Tag zum Treffpunkt ins schöne Sauerland. Begrüßt wurde ich mit einem Kaffee und allerhand Fragen zu meinen bisherigen Erfahrungen beim Fliegenfischen. So ging es nach Montage der Ruten erst einmal auf die Wiese. Überkopf und dann mit Doppelzug, schnell noch den Rollwurf und eins fix drei ging es ins Wasser. Klasse!

Katja Krause beim Fliegenfischen an der Lenne

Als Herausforderung stellten sich die tief hängenden Äste heraus. Hatte ich doch bislang nur im weiten Meer gefischt. Nachdem ich mit der ersten Goldkopfnymphe den nächstgelegenen Baum geschmückt hatte, folgten die ersten guten Würfe unterhalb des Wehrs und somit auch die ersten Bisse, die ich verpasste. Nach einigen Hinweisen von Niki konnte ich den ersten Biss haken und einen schönen Saibling landen.

Katja Krause drllt ihren ersten Fisch an der Lenne

Ein schöner Saibling aus der Lenne

Weiter ging's zu einem kleinen Pool. Und dann erstmal nichts, kein verführerisches Spiel oder die reizendsten Farben konnten hier die Fische interessieren, die doch in jedem Fall hier seien, wie Niki behauptete. Schnell wechselten wir auf eine kleine unauffällige Trockenfliege und somit für mich in eine neue kleine Welt, die sich als sehr spannend herausstellen sollte. Mit zunehmend platzierten Rollwürfen kam die Fliege in eine gute Strömung und Zack, wieder ein Fisch, diesmal eine Regenbogenforelle.

Die Trockenfliege hat endlich einen Fisch überzeugt

Schöne Regenbogenforelle aus der Lenne

Am Trockenfliegenfischen fand ich besonders faszinierend, dass man den Biss unmittelbar sieht. Daher versuchten wir es weiter damit und fanden ein Stück weiter gleich noch eine hübsche, kleine Bachforelle, die der weißen Trockenfliege nicht widerstehen konnte.

Lenne-Bachforelle auf Trockenfliege

Nikki erklärte mir immer mehr Dinge zum Lesen des Gewässers und langsam verstand ich, wo die Forellen besonders gerne standen. An einer ausgespülten Biegung versuchten wir es einmal mit einem Bissanzeiger und Goldkopfnymphe. Den ersten Biss hab ich glatt verpasst, doch dann brachte ich diesen tollen Fisch aus dem tiefen Pool an das Sonnenlicht.

Mit Nymphe und Bissanzeiger lies sich eine wunderschöne Bachforelle überlisten

Jetzt wurde es zunehmend schwieriger, da Niki mir immer mehr Orte zeigt, in denen ich es nicht für möglich gehalten hätte, dass man hier fischen kann. Wir kämpften uns durch urwaldähnliches Gebüsch und über vielerlei Gestein in eine Art Flussallee, die durch den Sonnenschein in wunderbaren Farben strahlte. Auch in diesem kleinen zugewachsenen Gang lies sich dann nach, ich muss zugeben, noch Attacke ähnlichen Rollwürfen flussaufwärts und der nötigen Geschwindigkeit beim Einstrippen ein schöne Forelle überlisten. Ein Baum wurde jedoch auch geschmückt.

Regenbogenforelle auf Nymphe

Da es mit dem Werfen so gut lief mit war ich motiviert auch gleich noch den Speycast zu erlernen, wo sich schon ein Stück weiter die Gelegenheit zu fand, auf Lachse konnten wir allerdings nicht hoffen.

Katja Krause beim Fliegenfischen an der Lenne

Die kleine Welt an der Lenne kann man getrost als Sagenhaft bezeichnen, so zeigte sich an einer Stelle ein Waldgeist, den wir allerdings erst auf den Fotos entdeckten. Er scheint doch recht verwundert, was der Mensch da so treibt.

Waldgeist an der Lenne

Nachdem ich nun stundenlang angeleitet wurde, hatte ich am Ende das Vertrauen gewonnen auch alleine Fische in Flüssen zu fangen. Die Geheimnisse der Fliegenfischerei waren gelüftet. Meinem Auge entging keine treibende Maifliege bis sie von einer hungrigen Forelle verschlungen wurde, noch die kleinen Köcherfliegenlarven unter den Flusssteinen waren ein Geheimnis.

Fliegenfischen unter Beobachtung eines Waldgeistes


Die Pachtstrecke von Flyfishing Europe an Lenne überraschte mich mit einer vielfältigen wunderschönen Landschaft und einer reichhaltigen Tierwelt. Ein großer Dank geht an meinen Superguide Niki Casset, der mir noch ein paar selbstgebundene Fliegen für den Anschlusstag überließ, womit ich nochmal 6 Forellen überlisten konnte. Ein tolles Wochenende, das ich nur jedem Interessierten empfehlen kann.

Katja Krause

Katja Krause und Guide Niki Casset beim Fliegenfischen an der Lenne